Aus dem Gemeinderat

In der Gemeinderatssitzung vom 19.05.2026 wurde eine wichtige Entscheidung für unserer Ortsmitte getroffen. Mit 12:9 Stimmen hat der Gemeinderat beschlossen, die bisherige Regelung der „unechten Einbahnstraße“ aufzuheben und stattdessen eine verkehrsberuhigte Zone (umgangssprachlich „Spielstraße“) einzurichten.

Was bedeutet das für den Verkehr in Lappersdorf?
Mit der Umwandlung zur verkehrsberuhigten Zone ändert sich das Miteinander im Straßenraum grundlegend.
• Gleichberechtigung: Alle Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer – sind offiziell gleichberechtigt.
• Schrittgeschwindigkeit: Fahrzeuge dürfen sich nur noch in Schrittgeschwindigkeit bewegen.
• Gemeinsame Nutzung: Der Verkehrsraum soll für alle gleichermaßen sicher und nutzbar sein

Positionierung der SPD
Als SPD-Fraktion haben wir uns intensiv mit dieser Neuerung auseinandergesetzt. Das Thema hat innerhalb unserer Fraktion unterschiedliche Sichtweisen hervorgebracht, was unsere offene Diskussionskultur widerspiegelt.
• Für das neue Konzept stimmen Stefan Königsberger und Christian Hammer. Sie sehen in der bisherigen „unechten Einbahnstraße“ keine zukunftsfähige Lösung und unterstützen den Ansatz, den öffentlichen Raum neu zu denken.
• Gegen das neue Konzept stimmten Katja Stegbauer und Jannis Wessely.
Hierzu erklärt Katja Stegbauer:
"Eine Spielstraße macht in unseren Augen nur in einer reinen Wohnsiedlung Sinn – nicht aber in einer Straße mit Durchgangsverkehr. Dieser soll zwar unattraktiv werden, jedoch hat dies auch in der Vergangenheit nicht funktioniert: so war für lange Zeit parallel zum Bau der Umgehungsstraße die Ortsmitte bereits als Spielstraße ausgeschildert. Dies führte aber eben gerade nicht zu einem Rückgang des Durchgangsverkehrs und wurde in den frühen 2000ern wieder aufgehoben.
Warum es nun, mit deutlich mehr Autos, besser funktionieren soll, ist nicht bekannt.

Zudem sind wir überzeugt, dass es eine echte Gleichberechtigung zwischen motoriserten Verkehrsteilnehmern einerseits und Fußgängern oder Rollstuhlfahrern andererseits nicht gibt. Deswegen befürworten wir in der Ortsmitte nur ein Verkehrskonzept, das motorisierten Verkehr dort herausholt. Die unechte Einbahnstraße konnte dies zumindest rein sachlich nach Zahlen vorweisen: bis zu 500-700 Autos weniger am Tag wurden dort 3 Jahre nach Einführung gezählt. Jede neue Regelung muss sich daran messen lassen!

Darüber hinaus wird der Ortskern aktuell stark umgebaut: das Schnaus-Hauses wird abgerissen und ein Neubau vorgenommen, das neuen Pfarrheim fertiggestellt. Zudem steht die umfassende Neugestaltung unserer Ortsmitte - insbesondere die Neuausrichtung des Marktplatzes und die Errichtung einer neuen Stützmauer zur Hangabsicherung zur Mittelschule sowie ein neuer Fußweg zur Schule - unmittelbar bevor. Wir hätten es für sinnvoller gehalten, erst nach diesen baulichen Maßnahmen die Verkehrsführung final zu entscheiden, wenn das neue Gesicht von Lappersdorf konkrete Formen annimmt. Eine zu frühe Umstellung kann angesichts der kommenden Bautätigkeiten zu unnötigen Herausforderungen in der Verkehrsflusssteuerung führen."

Ausblick
Der Gemeinderat hat nun den Weg für die verkehrsberuhigte Zone geebnet. Als SPD-Fraktion werden wir die Umsetzung dieses Konzepts kritisch und konstruktiv begleiten. Unser Ziel bleibt es, dass die Ortsdurchfahrt Lappersdorf nicht nur verkehrssicher ist, sondern ein Ort wird, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen. Wie stehen Sie zu dieser Änderung? Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch. Wie empfinden Sie die Entscheidung zur Umgestaltung unserer Ortsmitte – sehen Sie die verkehrsberuhigte Zone als Chance oder hätten Sie sich eine längere Übergangsphase gewünscht?